UNTERKÜNFTE IM SUSA-TAL
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Aktualisiert im Oktober 2026 · Quellen: Region Piemont (Schutzgebiete Cottische Alpen), Turismo Torino, Sacra di San Michele, Trenitalia, Bardonecchia Ski, italia.it
Unterkunft in Val di Susa finden
Das Susatal (Val di Susa, Valsusa) ist das Tal der Dora Riparia im Piemont. Es beginnt am Stadtrand von Turin und zieht sich rund 80 km nach Westen bis zur Grenze mit Frankreich. Links liegen die Grajischen Alpen, rechts die Cottischen Alpen. Die Höhe reicht von 383 m in Avigliana, 20 km von Turin, bis zu den 3538 m des Rocciamelone, des Bergs über Susa. Im Tal liegen 37 Gemeinden mit über 90.000 Einwohnern.
Das Tal teilt sich in zwei Teile. Das untere Tal von Avigliana bis Susa ist der Teil der Geschichte: die Sacra di San Michele, der römische Augustusbogen in Susa, die Abtei Novalesa, die Seen von Avigliana. Das obere Tal ab Susa ist der Teil der Berge: Oulx, Bardonecchia, Sauze d’Oulx, Cesana, Claviere und Sestriere, mit rund 500 Pistenkilometern in zwei getrennten Skigebieten.
Die Anreise ist einfach: Die Autobahn A32 und die Bahnlinie Turin–Modane führen durch das ganze Tal, und in Oulx halten die TGV und Frecciarossa Paris–Mailand. Susa liegt 53 km von Turin entfernt, Bardonecchia rund 90 km. Im Winter kommt man zum Skifahren, im Sommer zum Wandern, Radfahren auf alten Militärstraßen und für Festungen und Abteien, die man in anderen Alpentälern so nicht findet.
Sehenswertes im Susatal
Die bekanntesten Ziele liegen im unteren Tal, weniger als eine Stunde von Turin. Wer nur einen Tag hat, kombiniert die Sacra di San Michele mit Susa: Beide liegen nah beieinander. Festungen, Naturparks und Gipfel des oberen Tals folgen weiter unten.
Sacra di San Michele
Die Abtei thront auf dem Gipfel des Monte Pirchiriano (962 m) am Eingang des Tals, über Sant’Ambrogio und Chiusa di San Michele. Sie wurde zwischen 983 und 987 erbaut und ist seit 1994 das offizielle Wahrzeichen des Piemont. Umberto Eco ließ sich von ihr für Der Name der Rose inspirieren. Von oben überblickt man das ganze untere Tal und die Seen von Avigliana.
Mit dem Auto fährt man bis zum Parkplatz unterhalb der Abtei. Zu Fuß führt der Kreuzweg von Sant’Ambrogio hinauf, Gehzeit etwa 1,5 Stunden. Die Abtei ist ganzjährig geöffnet, mit unterschiedlichen Zeiten an Werk- und Feiertagen: aktuelle Zeiten auf der Website der Sacra di San Michele.
Susa, die Römerstadt
Susa (503 m) gab dem Tal den Namen. In der Römerzeit hieß der Ort Segusium und war Hauptstadt des Reichs von Cottius, der sich mit Augustus verbündete. Davon erzählen die Reliefs des Augustusbogens aus den Jahren 9–8 v. Chr., der bis heute im Park oberhalb der Altstadt steht. Daneben liegen Reste des römischen Aquädukts, etwas außerhalb das Amphitheater, das erst in den 1960er-Jahren wiederentdeckt wurde.
In der Altstadt sehen Sie die Porta Savoia, eines der am besten erhaltenen römischen Tore des Piemont, den Dom San Giusto, im frühen 11. Jahrhundert als Benediktinerabtei gegründet, und das Castello della Contessa Adelaide mit dem Stadtmuseum. Die Altstadt ist klein: Ein halber Tag zu Fuß reicht.
Abtei Novalesa
Oberhalb von Susa, im Seitental Val Cenischia, liegt die Abtei Novalesa, gegründet 726 an der Straße zum Mont-Cenis. Sie gehört zu den ältesten Abteien der Westalpen. Im Park stehen vier mittelalterliche Kapellen; die bekannteste ist Sant’Eldrado mit mittelalterlichen Fresken. Besichtigung nur mit Führung zu festen Zeiten, die zwischen Sommer und Winter wechseln: vorher informieren.
Avigliana
Avigliana ist der erste Ort des Tals, wenn man aus Turin kommt. Die mittelalterliche Altstadt liegt rund um die Piazza Conte Rosso mit Uhrturm und Porta Ferronia. Ein kurzer Weg führt zur Burgruine, die im 17. Jahrhundert zerstört wurde. Südlich des Orts liegen die beiden Seen (siehe Natur). Der Bahnhof liegt an der Linie Turin–Modane: der einfachste Ausflug ohne Auto.
Sant’Antonio di Ranverso
Zwischen Avigliana und Turin, in Buttigliera Alta, steht die Präzeptorei Sant’Antonio di Ranverso, eines der schönsten gotischen Bauensembles des Piemont, mit Fresken aus dem 15. Jahrhundert. Ein halbstündiger Halt auf dem Hin- oder Rückweg.
Mont-Cenis-Pass
Der Mont-Cenis (Moncenisio) ist der Pass über Susa: Die Staatsstraße SS25 führt von Susa auf rund 2080 m und weiter nach Lanslebourg in Savoyen. Seit 1947 liegen Pass und Stausee auf französischem Gebiet. Im Sommer eine schöne Panoramastraße und die direkteste Verbindung nach Frankreich ohne Tunnel; im Winter kann sie wegen Schnee gesperrt sein.
Colle delle Finestre
Der Colle delle Finestre (2176 m) verbindet das Susatal mit dem Val Chisone. Von Meana di Susa sind es rund 18,5 km und 1700 Höhenmeter; die letzten etwa 8 km sind Schotter. Bekannt wurde der Pass durch den Giro d’Italia, zuletzt 2025. Er ist nur im Sommer nach der Schneeräumung offen. Für Rennradfahrer mit breiteren Reifen, Gravelbiker und Motorradfahrer ein Klassiker.
Skifahren im Susatal
Im oberen Tal gibt es zwei getrennte Skigebiete mit eigenen Skipässen. Entscheiden Sie zuerst, wo Sie fahren wollen, dann, wo Sie übernachten.
Via Lattea (Milchstraße)
Die Via Lattea ist das größere Gebiet: rund 400 Pistenkilometer zwischen 1350 und 2800 m. Sie verbindet Sestriere (2035 m), Sauze d’Oulx (1509 m), Sansicario, Cesana und Claviere und reicht über die Grenze bis Montgenèvre in Frankreich. In Sauze liegt die 9 km lange Gran Pista. Es überwiegen mittelschwere Pisten. Preise 2026/27 auf der Website der Via Lattea.
Bardonecchia
Bardonecchia hat ein eigenes Skigebiet, das nicht zur Via Lattea gehört: 100 Pistenkilometer und 23 Anlagen an zwei Hängen, Colomion–Melezet und Jafferau. In der Saison 2026/27 kostet der Tagesskipass für Erwachsene 40 € (Aktionspreis zu Saisonbeginn und -ende) bis 52 € (Weihnachtszeit). Vor allem leichte und mittlere Pisten: gut für Familien. 2006 fanden hier alle olympischen Snowboard-Wettbewerbe statt.
Langlauf und Schneeschuhe
Zum Langlaufen eignen sich Claviere mit 15-km-Loipen und Pian del Colle in Bardonecchia. Für Schneeschuhtouren gibt es markierte Routen in Bardonecchia; anderswo vor Ort fragen und immer den Lawinenlagebericht prüfen.
Orte im Susatal
Die wichtigsten Orte für Reisende, von oben nach unten.
Bardonecchia
Auf 1312 m, in einem Talkessel, in dem vier Täler zusammenlaufen, ist es der letzte italienische Ort vor dem Fréjus-Tunnel. Echte Altstadt (Borgo Vecchio), Bahnhof mit Direktzügen nach Turin, eigenes Skigebiet, viele Wanderungen im Sommer.
Oulx
Oulx (1100 m) ist der Knotenpunkt des oberen Tals: Hier teilt sich die Straße nach Bardonecchia und zum Montgenèvre, hier halten die internationalen Züge. Weniger touristisch, aber praktisch und günstiger.
Sauze d’Oulx
Auf 1509 m über Oulx ist es der lebhafteste Ort der Via Lattea am Abend, mit Pisten direkt ab dem Ort. Beliebt bei Gruppen.
Sestriere
Sestriere (2035 m) liegt auf dem Pass zwischen Susatal und Val Chisone. Ein für das Skifahren gebauter Ort mit den höchsten und sportlichsten Pisten der Via Lattea und einem Golfplatz im Sommer.
Cesana, Claviere und Sansicario
Cesana (rund 1350 m) ist ein ruhiger Ort mit Zugang zur Via Lattea. Darüber liegen Sansicario und Claviere (1760 m), nur 2 km von Montgenèvre: Skifahren zwischen Italien und Frankreich.
Exilles, Chiomonte und Salbertrand
Die Orte in der Talmitte zwischen Susa und Oulx: die Festung Exilles und der Naturpark Gran Bosco in Salbertrand. Wenige Touristen, guter Zwischenstopp.
Susa, Novalesa und Avigliana
Die Kulturziele des unteren Tals, oben beschrieben. Susa und Avigliana erreicht man mit der S-Bahn SFM3 ab Turin.
Festungen und Geschichte
Seit zweitausend Jahren ist das Tal ein Weg nach Frankreich: für Römer, für Pilger auf der Via Francigena, für die Heere Savoyens und der französischen Könige. Daher die vielen Befestigungen.
Festung Exilles
Die Festung beherrscht das Tal auf 870 m zwischen Susa und Oulx. Ihre Ursprünge sind unklar, doch schon 1339 wird sie als „Straßenburg“ an der Route zum Montgenèvre beschrieben. 1796 schleiften die Franzosen sie, 1818–1829 bauten die Savoyer sie neu auf: Das ist der Bau, den Sie heute sehen. Sie war auch Gefängnis; der Überlieferung nach saß hier von 1681 bis 1687 der Mann mit der eisernen Maske.
Geöffnet ist sie im Sommer, Eintritt wenige Euro, dazu Führungen durch Gänge, Kerker und Ställe. Die Öffnungsdaten ändern sich jedes Jahr: aktuell bei Turismo Torino.
Fenestrelle liegt nicht im Susatal
Die Festung Fenestrelle, die „Große Mauer“ des Piemont, wird oft zu den Festungen des Susatals gezählt, liegt aber im Val Chisone. Vom Susatal kommt man im Sommer über den Colle delle Finestre hin, ganzjährig über Sestriere.
Chaberton und Brunetta
Über Claviere erhebt sich der Chaberton (3131 m) mit der Batterie, die Italien vor dem Ersten Weltkrieg auf dem Gipfel baute, damals die höchste Festung Europas. Seit 1947 gehört er zu Frankreich; das Innere ist wegen Einsturzgefahr gesperrt. In Susa stand die Festung Brunetta, ein in den Fels gehauenes Bollwerk aus dem 18. Jahrhundert.
Fréjus-Bahntunnel
1871 wurde in Bardonecchia der Fréjus-Eisenbahntunnel eröffnet, der erste große Alpentunnel. Auf dieser Strecke fahren Sie heute noch von Turin nach Modane.
Natur
Im Tal liegen drei regionale Naturparks, verwaltet von den Schutzgebieten der Cottischen Alpen, und einer der höchsten Gipfel des Piemont.
Naturpark Orsiera-Rocciavrè
Rund 11.000 Hektar zwischen Susatal, Val Chisone und Val Sangone. Höchster Punkt ist der Monte Orsiera (2890 m). Hier leben Gämsen, Steinböcke, Murmeltiere, Hirsche und Wölfe. Von Villar Focchiardo im unteren Tal steigt man zur Kartause Montebenedetto auf, einem Kloster aus dem 12. Jahrhundert mitten im Wald, auf etwa 1160 m.
Gran Bosco di Salbertrand
An der rechten Talseite des oberen Tals, zwischen 1000 und 2600 m, schützt der Park einen Wald aus Weißtanne und Fichte, wie er in den Westalpen selten ist. Sitz des Parks ist Salbertrand, Ausgangspunkt einfacher Rundwege.
Seen von Avigliana
Lago Grande und Lago Piccolo sind Seen eiszeitlichen Ursprungs am Fuß der Sacra. Der Lago Grande ist über 90 Hektar groß und zum Baden freigegeben, mit Segelclubs und freiem Strand. Der höher gelegene Lago Piccolo ist von Schilf und Sumpf umgeben: Rundweg und Vogelbeobachtung.
Rocciamelone
Der Rocciamelone (3538 m) ist der Berg über Susa. Auf dem Gipfel stehen eine Kapelle und eine Bronzestatue der Madonna von 1899. Der Normalweg startet bei La Riposa oberhalb von Mompantero und führt über das Rifugio Ca‘ d’Asti (2854 m): rund 1500 Höhenmeter, nur für erfahrene Bergwanderer. Viele teilen den Aufstieg auf zwei Tage auf, mit Übernachtung in der Hütte, die nur im Sommer geöffnet ist.
Hütten im Susatal
Neben der Ca‘ d’Asti liegen im Park Orsiera-Rocciavrè die Hütten Selleries, Toesca und Amprimo, über Bardonecchia das Rifugio Scarfiotti. Fast alle sind nur im Sommer bewirtschaftet: Öffnungszeiten vorher prüfen.
Übernachten im Susatal
Das Tal ist lang: Wählen Sie den Ort nach Ihrem Programm.
- Skifahren in der Via Lattea: Sestriere für die höchsten Pisten und die sicherste Schneelage; Sauze d’Oulx für Pisten ab Haustür und Abendleben; Claviere oder Cesana für kleinere, günstigere Orte.
- Familien: Bardonecchia. Leichte Pisten, echtes Dorf mit Geschäften, kostenloser Ortsbus und Direktzug aus Turin.
- Ohne Auto: Bardonecchia oder Oulx, beide mit Bahnhof. In Oulx halten auch die Züge nach Paris.
- Kultur und Wandern im unteren Tal: Susa, praktisch für Novalesa, Mont-Cenis, Rocciamelone und Exilles.
- Wochenende nahe Turin: Avigliana, mit Seen und Sacra in wenigen Minuten.
- Mit kleinem Budget: Oulx und die Orte der Talmitte sind günstiger als die Skiorte.
In den Skiorten überwiegen Ferienwohnungen und Residenzen, im unteren Tal Agriturismi, B&B und kleine Hotels. Für Weihnachten, Neujahr und Februar früh buchen.
Anreise ins Susatal
Mit dem Auto
Aus der Schweiz und aus Süddeutschland fahren Sie über Mailand nach Turin und dort auf die A32 Turin–Bardonecchia, die das ganze Tal hinaufführt. Alternative über Genf und Chambéry: durch den Fréjus-Straßentunnel (Modane–Bardonecchia, rund 13 km, mautpflichtig, Tarife bei SITAF). Im Tal gibt es außerdem die Staatsstraßen SS24 zum Montgenèvre (Susa, Oulx, Cesana, Claviere), SS25 zum Mont-Cenis und SS335 nach Bardonecchia.
Mit dem Zug
Aus der Schweiz und Deutschland reisen Sie über Mailand nach Turin. Ab Turin Porta Nuova fährt die S-Bahn SFM3, die sich in Bussoleno teilt: ein Ast nach Susa (etwa 1 Std. 10 Min.), der andere nach Oulx und Bardonecchia (etwa 1 Std. 30 Min.). Fahrpläne bei Trenitalia. In Oulx halten zudem die TGV und Frecciarossa Paris–Lyon–Turin–Mailand.
Mit dem Bus
Ab Oulx fahren Busse nach Bardonecchia und Modane sowie die französische Linie ZOU! 76 nach Montgenèvre und Briançon (wenige Fahrten pro Tag, Ticket online vorab). Für Sauze d’Oulx, Sestriere und Cesana die Busfahrpläne der jeweiligen Saison prüfen.
Mit dem Flugzeug
Nächster Flughafen ist Turin-Caselle, 95 km von Bardonecchia. Alternativen: Mailand, Lyon und Genf, jeweils mit Mietwagen oder Transfer.
Parken
In den Skiorten liegen die praktischsten Parkplätze an den Talstationen; an Wochenenden der Hochsaison sind sie schnell voll. Sacra und Festung Exilles haben Parkplätze nahe dem Eingang; in Susa parken Sie außerhalb der Altstadt.
Häufig gestellte Fragen zum Susatal
Im Piemont, westlich von Turin. Es ist das Tal der Dora Riparia, rund 80 km lang, von Avigliana bis zur französischen Grenze.
Der Augustusbogen, die Porta Savoia, das römische Amphitheater und der Dom San Giusto. In der Nähe: Abtei Novalesa und Sacra di San Michele.
Der Mont-Cenis (Moncenisio), rund 2080 m, erreichbar über die SS25. Seit 1947 liegt er in Frankreich.
Nein. Bardonecchia hat ein eigenes Skigebiet mit eigenem Skipass (100 km). Die Via Lattea umfasst Sestriere, Sauze d’Oulx, Sansicario, Cesana, Claviere und Montgenèvre.
Vormittags die Sacra di San Michele, nachmittags Susa mit dem Augustusbogen. Bleibt Zeit, die Seen von Avigliana.
Nein, im Val Chisone. Im Susatal liegt die Festung Exilles.
Ja. Regionalzüge SFM3 ab Turin nach Susa und Bardonecchia; TGV und Frecciarossa Paris–Mailand halten in Oulx.
Die Ca‘ d’Asti am Rocciamelone, die Hütten im Park Orsiera-Rocciavrè und das Rifugio Scarfiotti über Bardonecchia. Fast alle sind nur im Sommer offen.
Avigliana 20 km, Susa 53 km, Bardonecchia rund 90 km.
